23. November 2015

preserving summer | Thassos

Fernsucht & Heimweh

Ich hatte das Glück, in diesem Jahr auch den Spätsommer in Griechenland genießen zu können. Ende September und Anfang Oktober sieht die Welt tatsächlich anders aus. Die Farben verändern sich, das Licht wird magisch. Alles sieht so viel satter aus als im Sommer. Ich stand in Ozeanen aus blühender Erika und die Luft roch nach Honig. Ich frage mich, warum ich all die Jahre nie so lange geblieben bin, um das zu sehen.

Mit dem Gefühl des Abschiedes im Herzen, wollte ich meinen Sommer konservieren. Ich habe gesammelt, getrocknet, eingetütet, eingekocht und Vorräte angelegt als gäbe es kein Morgen. Oregano, Thymian, Bergtee, Lorbeer, Oliven und Kaktusfeigen – aus dem eigenen Garten. Die Kaktusfeigen sind mir nie sympathisch gewesen, aber sie sahen immer wunderschön aus. Und weil es in diesem Jahr so unendlich viele waren, habe ich mich getraut und Marmelade aus ihnen gemacht. Nur um es vorweg zu nehmen, die Marmelade schmeckt köstlich. Nur der Weg dahin war und ist das, was meinen Mut gebraucht hat. Die feinen Kaktushaare habe ich noch tagelang an mir gefunden. Aber es war die Mühe wert.

Mir schmeckt die Marmelade übrigens am besten auf Blauschimmelkäse und Feta. Aber mein verrückter Geschmack ist sicherlich nicht für jeden Gaumen ein Genuss.

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Kaktusfeigen ernten & schälen. Dafür die Schale mit einem Messer einschneiden und das weiche Fruchtfleisch rausdrücken oder mit dem Messer rauskratzen. Um die Feigen von den Haaren zu befreien, habe ich sie in einem Sieb geschüttelt.

1 Kg Kaktusfeigen – Fruchtfleisch // Saft von 2 Orangen // 1 Vanilleschote // 500g Zucker

Die Kaktusfeigen pürieren und durch ein Sieb streichen, alle Zutaten mischen und so lange einkochen, bis das Fruchtpüree dickflüssig wird. In Griechenland gibt es keinen Gelierzucker und die Kaktusfeigen haben einen hohen Wasseranteil. Also: Geduld haben!

In ausgekochte Gläser abfüllen. Fertig.

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I was fortunate to be able to enjoy the late summer in Greece this year. In the end of september and beginning of october the world actually looks different. The colors are changing, the light is magical. I stood in oceans of flowering Erika and the air smelled of honey. I wonder why I’ve never stayed until fall to see all this beauty.

With the feeling of parting in my heart, I wanted to preserve my summer. I have collected, dried, bagged, cooked and established reserves as there is no tomorrow. Oregano, thyme, mountain tea, laurel, olives and cactus pears – from our own garden. I am a cactus lover and because there were so infinitely many figs this year, I made jam out of them. Just to make it short, the jam is delicious. Just getting there was and is what has my courage needed. Be aware that you may find the fine cactus hair around for quite a while after.

I like the jam best to blue cheese and feta. But my crazy taste is certainly not for every palate a treat.

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Harvest the cactus pear & get rid of the hair. I have shaken them in a sieve until the hair have fallen off. Then cut the peel with a knife and scrape out the pulp with the knife or a spoon.

1 Kg cactus pears – pulp // juice of 2 oranges // 1 vanilla pod // 500g sugar

Purée the cactus pears and strain them. Mix the ingredients and boil the puree until it thickens. In Greece there is no jam sugar and cactus pears have a high water content. So be patient!

Fill into boiled jars. Done.

 

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